Heute hatten ich und zwei Kommilitonen die wahrscheinlich einmalige Chance mich mit einem Chinesen offen ueber die Situation in Tibet und die Haltung der chinesischen Regierung zu unterhalten. Trotz des brenzligen Themas ist er sehr ruhig geblieben und hat versucht uns seine Weltsicht etwas naeher zu bringen. Leider war seine Sicht, meiner Meinung nach, von einer systematischen Gehirnwaesche gepraegt und wann immer er sich in problematischen Formulierungen zu verheddern drohte, fluechtete er sich in offensichtlich auswendig gelernte Vorformulierungen. Aber sind es nicht gerade auch diese Erfahrungen, die ein Auslandssemster so wertvoll machen?
Seine Sichtweise hier darzulegen, waere zu aufwendig und kompliziert, aber mir sind waehrend unserem Gespraech folgende Dinge nochmal sehr deutlich geworden: meine westliche Weltsicht ist ebenso von Medien und Gesellschaft gepraegt und es ist unglaublich schwer sich zu solch komplizierten Themen eine reflektierte Meinung zu bilden. Die verfuegbaren Informationen scheinen irgendwie immer eingefaerbt und verzerrt zu sein. Darueber hinaus fuehle ich mich in meiner (nicht unbedingt populaeren) Sichtweise bestaerkt, dass eine Unabhaengigkeit Tibets fuer die Menschen dort nicht notwendigerweise erstrebenswert ist. Troztdem waere ein offener und gewaltfreier Dialog der Beteiligten die einzig wuenschenswerte Loesung.
31. März 2008
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